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Blutgerinnsel im Inneren des Gefäßes.
18.06.2026

Antiphospholipid-Antikörper (aPL) als prognostische Marker

Während Antiphospholipid-Antikörper (aPL) traditionell zur Diagnose des Antiphospholipid-Syndroms (APS) oder des systemischen Lupus erythematodes (SLE) herangezogen werden, belegt nun eine im „American Journal of Medicine“ (2026) veröffentlichte 10-jährige Kohortenstudie ihre prognostische Bedeutung. Die Studie zeigt, dass eine aPL-Positivitätunabhängig von APS oder SLE – ein starker Prädiktor für die Langzeitmortalität und erneute Krankenhausaufnahmen ist.

Diese am Sheba Medical Center (Israel) gewonnenen Erkenntnisse haben entscheidende Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme, in denen aPL-Tests zunehmend als wichtiges Instrument zur Risikobewertung bei Autoimmun- und thrombotischen Erkrankungen anerkannt werden1. Die Forscher untersuchten fast 5.000 Patienten ohne APS oder SLE unter Verwendung klassischer aPL-ELISAs, wie sie in den Klassifikationskriterien empfohlen werden.

📌 Wichtigste Ergebnisse

  • Anti-Cardiolipin-IgG und Lupus-Antikoagulans (LA) zeigten den stärksten Zusammenhang mit der Mortalität, unabhängig von einer APS- oder SLE-Diagnose, einer thrombotischen Vorgeschichte oder anderen Komorbiditäten.
  • Auch IgM-aPL mit niedrigem Titer (Anti-β2GPI, Anti-Cardiolipin) standen mit einer erhöhten Mortalität in Zusammenhang, was die traditionellen Klassifizierungskriterien in Frage stellt, die IgM-Antikörper oft unterbewerte23.
  • Thrombotische Ereignisse konnten das Risiko nicht erklären, was auf nicht-thrombotische Mechanismen hindeutet (z. B. endotheliale Dysfunktion, Entzündung).
Patienten (ohne APS oder SLE)aPL-positiv (n = 1,485)aPL-negativ (n = 3,316)Hazard Ratio (HR)
10-Jahres-Mortalität21,8%12%1,40
1-Jahres-Wiederaufnahme40,9%32,8%1,25

🏥 Klinische Implikationen und Schlussfolgerung

Diese Studie unterstreicht die prognostische Bedeutung eines positiven Befunds bei Antiphospholipid-Antikörpern (aPL) bei hospitalisierten Patienten, unabhängig von herkömmlichen Risikofaktoren. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, aPL-Tests in Risikostratifizierungsmodelle einzubeziehen, um Personen mit hohem Risiko frühzeitig zu identifizieren.

Der prognostische Wert von Anti-Cardiolipin-IgG, das kofaktorunabhängig wirken kannr4, unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit einer umfassenden aPL-Untersuchung, die über β2GPI-abhängige Antikörper hinausgeht. Jüngste Studien zeigen zudem, dass einige aPLs direkt an Zielmoleküle auf der Zelloberfläche binden, wie beispielsweise den EPCR/LBPA-Komplex – wobei LBPA ein Phospholipid ist, das strukturell Phosphatidylglycerin und Cardiolipin ähnelt –, und dass Statine diese Bindung möglicherweise hemmen5. Dies untermauert die pathogene Rolle von kofaktorunabhängigen aPLs und unterstreicht, wie wichtig es ist, alle relevanten aPL-Subtypen nachzuweisen.

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Literatur

  1. Yahia, et al. (2026) Antiphospholipid antibodies among hospitalized patients predict mortality and readmission: A real-world 10-years cohort study ↩︎
  2. Miyakis, et al. (2024) International consensus statement on an update of the classification criteria for definite antiphospholipid syndrome (APS) ↩︎
  3. Barbhaiya, et al. (2024) The 2023 ACR/EULAR Antiphospholipid Syndrome Classification Criteria ↩︎
  4. Lackner, et al. (2016) Pathogenesis of the antiphospholipid syndrome revisited: time to challenge the dogma ↩︎
  5. Marova, et al. (2025) Simvastatin competitively inhibits cellular signaling of lipid-binding antiphospholipid antibodies ↩︎

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