Die Zöliakie (CD) oder Glutensensitivität ist durch Dünndarmschäden gekennzeichnet, die zu einer sogenannten „flachen“ Schleimhaut führen. Aufgrund dieser ausgedehnten Läsionen kommt es häufig zu einer Malabsorption, die mit einer verminderten Aufnahme wichtiger Nährstoffe einhergeht. Infolgedessen können Symptome wie Gewichtsverlust, Durchfall, Müdigkeit oder Mangelerscheinungen auftreten. Unbehandelt kann die Erkrankung langfristig zu weiteren Komplikationen wie Osteoporose, Wachstumsstörungen oder anderen Autoimmunerkrankungen führen.
Dieses Krankheitsbild ist durch hochspezifische Autoantikörper gegen das häufige Zöliakie-Autoantigen Gewebstransglutaminase (tTG) sowie durch Antikörper gegen deamidiertes Gliadin (dG) gekennzeichnet. Endomysium-Antikörper (EmA) richten sich gegen extrazelluläres tTG und gelten als besonders spezifischer serologischer Marker für Zöliakie. Mit Ausnahme der dG-Antikörper gehören diese Antikörper typischerweise zur IgA-Klasse.
Bei Zöliakie Patienten mit selektivem IgA-Mangel der bei dieser Patientengruppe häufiger vorkommt als in der Allgemeinbevölkerung können die entsprechenden Antikörper auch der IgG-Klasse nachgewiesen werden. Daher ist die gleichzeitige Bestimmung verschiedener Antikörperklassen für eine zuverlässige serologische Diagnostik von Bedeutung. Die serologische Analyse stellt heute einen zentralen Bestandteil der Zöliakie-Diagnostik dar und wird häufig mit klinischen Befunden und gegebenenfalls histologischen Untersuchungen der Dünndarmschleimhaut kombiniert.
